Studie „Jungmaklermarkt 2025“ zeigt strukturelle Hindernisse, digitale Chancen und konkrete Handlungsfelder
Die Versicherungswelt befindet sich im Wandel – und mit ihr eine Generation von Maklerinnen und Maklern, die nicht nur digital denkt, sondern auch neue Rollenbilder in der Kundenberatung etabliert. Die aktuelle Studie „Jungmaklermarkt 2025“ von BearingPoint, CoachMeNetto und den Versicherungsforen Leipzig untersucht die Herausforderungen und Zukunftschancen junger Vermittler:innen im Alter von 18 bis 45 Jahren. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Die junge Generation ist bereit für Transformation – doch bestehende Strukturen bremsen sie aus.
Die größten Herausforderungen: Regulatorik, Administration, fehlende Unterstützung
Mehr als zwei Drittel der Befragten (64 %) sehen die zunehmende regulatorische Komplexität als größte Hürde in ihrem Alltag. Die Vielzahl an Pflichten – von Dokumentationsanforderungen über DSGVO-Konformität bis hin zu ESG-Vorgaben – erschwert nicht nur die Beratung, sondern auch die eigene unternehmerische Entwicklung.
Hinzu kommen administrative Belastungen, die rund 60 % der Arbeitszeit beanspruchen. Beratungszeit und Kundenkontakt bleiben dabei auf der Strecke – ein Missverhältnis, das viele als existenzbedrohend empfinden.
Zusammenarbeit mit Versicherern: Langsam, intransparent, nicht digital genug
Besonders kritisch sehen junge Makler:innen die Zusammenarbeit mit Versicherern:
- 85 % klagen über zu lange Wartezeiten,
- 73 % bemängeln die langwierige Schadenbearbeitung,
- 44 % erleben regelmäßig fehlerhafte Abwicklungen,
- 64 % identifizieren den Datenaustausch – etwa über BiPRO – als zentrales Problem.
Lediglich ein Bruchteil der Befragten fühlt sich von Versicherungsunternehmen proaktiv unterstützt. Statt modernen Maklerportalen oder Self-Service-Angeboten dominieren traditionelle Prozesse, die weder skalierbar noch zeitgemäß sind.
Digitalisierung: Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander
Obwohl die Mehrheit der jungen Makler:innen Social Media nutzt – Instagram, TikTok und LinkedIn gehören zum Standard – bleibt der Zugang zu Neukunden begrenzt: 65 % gewinnen laut Studie nur maximal fünf neue Kund:innen pro Monat. Der Grund: Fehlende Zielgruppenstrategie, kaum Datenanalysen und wenig Automatisierung.
Nur 29 % steuern ihr Geschäft aktiv anhand von Kennzahlen. Dabei wären CRM-Systeme, Funnel-Automatisierung und KI-gestützte Prozesse längst verfügbar – doch viele stoßen an Grenzen bei Zeit, Wissen oder technischer Infrastruktur.
Zukunft des Vermittlermarkts: Mehr als Regulierung und Konkurrenzdruck
79 % der Befragten sehen die zunehmende Regulierung als zentrale Bedrohung für den Vermittlermarkt. Doch auch die digitalen Veränderungen (66 %) und die Veränderung der Kundenbedürfnisse (43 %) stellen zentrale Herausforderungen dar. Interessant: Nur 22 % nennen die Inflation als relevantes Risiko – die operative Belastung wiegt deutlich schwerer als makroökonomische Schwankungen.
Was Makler jetzt verändern sollten – Empfehlungen aus der Studie
Die Studie liefert klare Handlungsfelder, damit junge Vermittler:innen auch in Zukunft erfolgreich agieren können:
- Digitalisierung und Automatisierung forcieren (74 %)
- Standardisierte Prozesse einführen (73 %)
- Kooperationen und Netzwerke aufbauen (67 %)
- Beratungsmethodik und Skills weiterentwickeln (66 %)
- Kundenerwartungen aktiv analysieren und bedienen (61 %)
Besonders relevant: Der Wunsch nach mehr Flexibilität, Kundenfokus und professionellen Beratungsansätzen ist stark ausgeprägt – doch ohne strukturelle Unterstützung bleibt er oft unerfüllt.
Versicherer und Pools in der Pflicht
Die Studie zeigt: Nur 8 % der jungen Makler:innen arbeiten direkt mit Versicherungsgesellschaften – die Mehrheit nutzt Pools, Plattformen oder hybride Modelle. Das verschiebt nicht nur die Verhandlungsmacht, sondern auch die Anforderungen an Schnittstellen, Services und Produkte. Versicherer, die ihre Rolle nicht als Partner verstehen, riskieren den Anschluss an die nächste Generation.
Fazit: Zeit für ein neues Ökosystem
Die Jungmaklerstudie 2025 verdeutlicht: Die neue Maklergeneration ist digital, ambitioniert und bereit zur Weiterentwicklung – doch sie brauch
Quelle: BearingPoint, CoachMeNetto, Versicherungsforen Leipzig – Jungmaklermarkt 2025
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